Krativworkshop - Experiment gelungen

Das ist das Ergebnis unseres Kreativ-Seminars. 
Mal ein Seminar anders angehen, nämlich selber planen, durchführen. Mit den Händen selbst etwas schaffen. Die Phantasie loslassen! 

Vom 15. – 17.9.2017 waren wir, eine Gruppe von 15 Freundeskreislern,  zu Gast in Hartenberg im Haus der Bergfee, zur Verfügung gestellt von Brigitte. Übernachtet wurde in einem nahegelegenen Gasthof. Für die Verpflegung zu sorgen hatten sich Brigitte, Thomas und Ingrid bereit erklärt.  

Es gab die Möglichkeiten  „Nanas“ und/oder Gesichtsmasken mit Draht, Gipsbinden und Farbe zu formen, und das Bogenschießen kennen zu lernen und zu üben. Außer den Essenszeiten (so gegen halb) hatten wir keine Pausen festgelegt. Jeder konnte sich seine Pause selbst nehmen, draußen im Garten sitzen. Dabei ergaben sich  viele interessante Gespräche untereinander und mit unserem „Moderapeuten“ Uwe. Und was für tolle Figuren da entstanden, kaum zu glauben dass einige von uns noch nie solch ein Material in der Hand gehabt hatten! Womit wieder einmal der Satz „Kann ich nicht – gibt’s nicht“ bestätigt wurde.  

Rimma erzählt:

NANAS UND BERGFEE Ich suchte einmal im Internet nach den Selbsthilfegruppen in meiner Gegend. Manchmal hat man Glück, das hatte ich beim Surfen auch! „Freundeskreis in Feucht“, - las ich auf dem Monitor. Sie sind doch bei mir um die Ecke! Dieser Name gefiel mir, der klang nach Freundschaft. Anders als AA, dachte ich. Ich hatte bei AA, bei denen ich einmal in Nürnberg dabei war, nicht genug Mut gehabt, der Gruppe gegenüber (und mir selbst!) zu gestehen: Ich bin Alkoholikerin.

Seitdem bin ich in der Feuchter Gruppe. Ich gehe gerne hin. Ich kann dort jederzeit aus „meinem Rucksack“ vieles auspacken: was mich bewegt, was mich freut, oder bedrückt. Ich kann mit allen auch darüber reden, dass ich manchmal Angst habe, rückfällig zu werden. Als gebürtige Tatarin (bitte im Internet über mein uraltes Volk lesen!), stelle ich mir ab und zu vor, dass ich eine Nomadin bin, wie meine Urgroßahnen.

Sogar die Sterne im nächtlichen Himmel über Feucht betrachte ich wie leuchtende Wegweiser: beweg dich, bleib nicht zu lang auf einem Fleck stehen, wandere weiter, such dir neue Wege, Menschen und Situationen, die dir helfen können, um auch auf diese quälende Frage Antwort zu finden: Warum habe ich getrunken? Ich saß am letzten Freitag im Garten des Café am Hartenberg in Happurg „Zur Bergfee“, wo ich am Kreativ-Wochenende vom Freundeskreis Feucht angemeldet war. Nach und nach erschienen anderen Teilnehmer/Innen.

Alle kannten einander, umarmten sich herzlich zur Begrüßung. Nur ich kannte niemanden. Woher denn? Ich war das erste Mal auf einem Seminar

„Na gut,- beschloss ich, - Ich werde mich zuerst der Kunst widmen, der Nana-Figur Schöpfung. In die Gruppe passe ich nicht hinein. Ich bin hier fremd. Gott sei Dank, habe ich meine Wanderschuhe dabei. Wenn ich mich einsam fühlen werde, marschiere ich in den Pausen los.“

Dazu kam es aber nicht. Ich weiß nicht genau, wie viele Minuten oder Stunden vergingen, wann ich mich überraschend schnell zu diesen unbekannten Menschen dazu gehörig fühlte. Wir kreierten und bastelten zusammen, wir lachten und erzählten einander, diskutierten, wechselten von der Künstlerrolle zu  Bogenschützen, lobten die Kochkünste von Brigitte (Inhaberin des Cafés, die selber im Vorstand der Hersbrucker Gruppe ist) und Ingrid (Frauenbeauftragte des Landesverbands Bayern). Ich habe  gemerkt, dass ich mich gegenüber allen diesen 15 Menschen, unterschiedlich vom Alter und Charakter, öffnen konnte. Den Uwe wollte ich noch erwähnen. Er kam aus Heidelberg, um unseren Workshop zu leiten. Als Arbeitstherapeut und Psychologe in einer Suchtklinik mit seiner Berufserfahrung hätte er rein theoretisch als  „Lehrer“ auftreten können. Tat er aber nicht. Mit Witz und  gleichzeitig mit einer ernsten Einfühlsamkeit begleitete er uns in die Welt der Inspiration und Entdeckungen unseren eigenen ICH durch die Schöpfung.  

Zwei Tage später trug ich nach Hause meinen Rucksack mit meinen Kunstwerken: zwei bunte Gesichtsmasken und eine Nana, die ich Brunhilde genannt habe. Und auch sehr schöne Erinnerungen an die neuen Freunde vom Freundeskreis. Danke an alle die das ermöglicht haben, dass ich dabei war. Ich gehe weiter diesen Weg, den ich damals im Internet entdeckt habe.

Ich habe begriffen, der ist richtig.
Rimma Schmitt, FK Feucht, 19.9.2017

Am Samstagabend wurde aufgeräumt, die Kunstwerke wurden auf den Dachboden zum Trocknen gebracht. Das berühmte „gemütliche Beisammensein“ war wirklich so, wir sprachen über unsere Eindrücke, Gefühltes und schon neue Ideen für den nächsten Workshop.

Am Sonntag kam die Farbe ins Spiel! Leuchtende, saftige Farbtöne, pralle Nanas!  

Zu schnell war unser Seminar zu Ende. Ich glaube, wir alle sind zufrieden nach Hause gefahren, um viele neue Eindrücke (und einer Bergfee im Gepäck) reicher.
Ingrid Jepsen, Fauenbauftragte LV Bayern, 19.9.2017 

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